Klarheit im Urheberrecht

Verein

Juli 18, 2017

Nils Pütz, Rechtsanwalt aus Regensburg, mit den Spezialgebieten Urheber-, Medien- und Arbeitsrecht, sorgte am Montag, 17. Juli 2017, im Workshopraum des Degginger auf unterhaltsame und informative Weise für Klarheit. Sein Vortrag vermittelte die Basics aus dem teils diffusen Bereich des Urheberrechts. Das Publikum war nah dran, direkt bezog Pütz die Gäste ein und machte sie zu Akteuren, die ihre eigenen Fragen vortragen konnten und fundiert beantwortet bekamen.

"Im Internet ist nichts umsonst. Entweder bezahlt man mit den eigenen Daten oder mit Geld. Alles andere ist illegal", berichtete Nils Pütz. Wer bei Facebook ein Foto teile, könne nicht sicher sein, ob die Rechte gesichert und Forderungen abgegolten sind. Wer offizielle Seiten liked, die Rechtinhaber auswiesen, mache erst einmal nichts falsch. Pointiert setzte er bei jedem Thema ein lehrreiches und unterhaltsames Fazit, ganz gleich, ob es sich um Grenzen der Verwendung und Bearbeitung von Schrifttypen im Rahmen von Aufträgen für ein Logodesign oder um das Fotografieren von Bürgern in der Öffentlichkeit handelt. Was etwa ist Schöpfungshöhe und von wann an kommt sie zur Geltung? Muss ich Künstler sein, um immaterielle Güter anderer Urheber benutzen zu dürfen? Kommt darauf an: Das ist eine Kernbotschaft. Eine weitere lautet: Es gibt hinreichend Möglichkeiten, um eine relative Sicherheit zu erzeugen, etwa indem man in Verträgen den Rahmen der Verwertung genau definiert. Beispiel: Der Text darf ins Buch, aber nicht ins Netz. Bei Zustimmung wird's rechtsverbindlich. Zur Sprache brachte Pütz ferner juristische Grauzonen, etwa das Abmahngeschäft. Bei der Komplexität des Themas stellte sich schnell heraus: Wenn es ums korrekte Wording und Fristen im Fall einer einstweiligen Verfügung geht, sollte man sich besser professionelle Hilfe holen.

Der Vortrag bildete den gelungenen Auftakt für die Reihe "Recht so!", in der zukünftig virulente Rechtslagen rund um die Kreativbranche in Form von Vorträgen und Workshops behandelt werden. 

Foto: Matthias Kampmann